Umgang mit Sexualität in der Pflege und Betreuungsarbeit/Umgang mit Aggression und Gewalt in der Pflege

Sex im Alter und Sexualassistenz für Menschen mit Einschränkungen - noch immer ein Tabuthema!?

Ziele:

  • Aufklärung
  • Dem Thema mit Leichtigkeit begegnen
  • Menschen wird mit Selbstverständlichkeit ihre Sexualität zugestanden
  • Sexuelle Bedürfnisse, erkennen, akzeptieren und unterstützen
  • Pflegende und Betreuende können und müssen sich schützen
  • Umgangs- und Handlungsmöglichkeiten finden und umsetzen

 

Thema

Das Bedürfnis nach Nähe, Berührung, Verbindung und Sexualität hört niemals auf. Aus sehr unterschiedlichen Gründen ist das Bedürfnis oft unterdrückt, verschüttet oder durch Glaubenssätze, Moralvorstellungen und Konditionierungen tabuisiert.

Pflegende und Betreuende besitzen eine Schlüsselfunktion. Genau dann, wenn Menschen von der Unterstützung Anderer abhängig werden, können bzw. müssen Außenstehende plötzlich über Grundbedürfnisse bestimmen. Im Falle des sexuellen Bedürfnisses greift kein Expertenstandard.

Unsicherheit, häufig auch Intoleranz im Umgang mit Sexualität, knappe Zeitressourcen und nicht zuletzt die persönlichen Grenzen und Schamgrenzen der Betreuenden entscheiden darüber, inwieweit Sexualität in Pflegeeinrichtungen gelebt werden kann.

Auf der andere Seite sind Betreuende oder Bewohner(innen) - öfter als angenommen - sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Sie äußern sich auf vielfältige Weise. An dieser Stelle sei angemerkt, dass ein Übergriff nur selten aus Boshaftigkeit geschieht, viel mehr ist es ein Symptom für ungelebte Sexualität.

Übergriffe werden als traumatisch erlebt und verletzen die Persönlichkeit von Pflege- und Betreuungskräften. Reaktionen sind Scham, Ekel, Abwehr und Aggression, um nur einige zu nennen. Nicht selten tragen Betroffene über lange Zeit das Erlebte mit sich herum, weil sie sich nicht trauen darüber zu sprechen.

Als eine Generation, die einen - zumindest vordergründig - weniger verkrampften Zugang zu dem Thema besitzt, können wir einiges tun, um Menschen, die unsere Unterstützung brauchen, zu helfen und einen selbstverständlichen Umgang mit Nähe, Distanz und Sexualität zu erreichen.

Fragestellungen und Inhalte

  • Besprechung spezieller Situationen / Welche Situationen haben die Betroffenen erlebt?
  • Wie sind sie damit umgegangen? / Wie könnten sie anders damit umgehen?
  • Wo sind die Grenzen und wie viel Toleranz können wir aufbringen?
  • Wie können wir unsere Sichtweise und Haltung verändern?
  • Was haben wir bereits getan bzw. was können wir noch tun, um Menschen in ihrer Sexualität zu unterstützen?
  • In Rollenspielen die Situation von Betroffenen und eigene Reaktionen erkennen
  • Eigene Berührungsängste mit dem Thema abbauen
  • Bedeutung von gelebter Sexualität für den Alltag erkennen
  • Gesundheitsaspekte
  • Sexuelle Übergriffe auf Personal, Angehörige oder andere PatientInnen/BewohnerInnen als Symptom
    erkennen
  • Wahrnehmen und ernst nehmen von sexuellen Bedürfnissen
  • Welche Bedeutung haben Generationenkonflikte, religiöse Überzeugungen, Moralvorstellungen, Konditionierung, Erziehung und Erfahrungen der Beteiligten für den Umgang mit Sexualität?
  • Erarbeitung von Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten

 

Umgang mit Aggression und Gewalt in der Pflege

Niemand wird aggressiv geboren. Niemand ist aggressiv, weil es Spaß macht.

Viel mehr sind Aggressionen Reaktionen auf Auslöser, die sehr vielfältig sind. Oft reagieren Menschen im Affekt aggressiv oder gar gewalttätig, um sich zu schützen oder um sich zu verteidigen. Aggression ist aber auch ein Druckmittel, Ausdruck von Unsicherheit, Über- oder auch Unterforderung und allgemeiner Unzufriedenheit. Erfahrungen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens macht führen dazu, dass bestimmte Verhaltensmuster und Strategien entwickelt werden, um seinen Platz im Leben einzunehmen, sich dort zu behaupten und ihn auszufüllen. Das gelingt, trotz aller Bemühungen, oft nicht.

Wir haben aber die Chance umzulernen und die bisherigen Verhaltensmuster zu verändern oder gar zu ersetzen durch alternative Kommunikationswerkzeuge und Umgangsformen.

Inhalte:

  • Was löst Aggressionen aus?
  • verbale, personelle, tätliche und strukturelle Gewalt
  • Was tun, wenn Bewohner schlagen?
  • Folgen aggressiven und Verhaltens
  • Bewusstmachen unseres derzeitigen Verhaltens und unserer Kommunikationsformen
  • Positive Aspekte der Aggression
  • Vorstellung alternativer Kommunikationswerkzeuge
  • Strategien zur Deeskalation
  • diverse Übungen und Fallbeispiele, welche die Theorie unterstützen und fühlbar werden lassen
  • ehrliches Feedback zu dem, was ich sehe, höre und wahrnehme
  • Eigen-, Fremd- und Sinneswahrnehmung
  • Nähe, Distanz und Respekt
  • emotionale Offenheit und Wertfreiheit
  • Rollenmuster und wie sie ggf. veränderbar sind
  • Glaubenssätze und Konditionierungen
  • was wollen/brauchen Sie?
  • wie erreichen Sie Ihr Gegenüber?
  • ggf. individuelles Coaching für jede TeilnehmerIn (im Rahmen der Veranstaltung)

 

Die Inhaltsbeispiele werden situativ angepasst, so dass sie im Sinne der Teilnehmer zielführend sind.

Umfang

Zweitägige Fortbildung / 16 x 45 Minuten
09.00 - 16.00 Uhr

Veranstaltungsort

Bergische Diakonie Aprath
Bildungszentrum
Hofkamp 108
42103 Wuppertal

Dozentin

Vanessa del Rae
Sensuality School Berlin

Kosten

220,00 € (inkl. Mittagsbuffet)

Termine

15.08.2022 bis 16.08.2022 Online anmelden
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