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Der direkte Draht:

Die Zentrale der
Bergischen Diakonie Aprath

Telefon: +49 202 27 29-0
Telefax: +49 202 27 29-381

Anschrift:
Otto-Ohl-Weg 10, 42489 Wülfrath

Anfahrtsbeschreibung

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Die Geschichte der Bergischen Diakonie Aprath

"Niemanden und nichts aufgeben"

Im Tal der Wupper blühte im 19. Jahrhundert die Industrie auf. Die Stadt platzte aus allen Nähten, denn die Menschen zogen massenhaft in die Zentren, um dort zu arbeiten. Doch unzählige fanden in der Welt der Fabriken nicht was sie suchten: Arbeit. Gerade Frauen und junge Mädchen rutschten ins soziale Elend ab. Arbeitslos, obdachlos, verwahrlost - die Not trieb sie in die Prostitution und Kleinkriminalität.

Karl HeinersdorffDiesen so genannten "gefallenen Frauen" ein Dach über dem Kopf und eine Ausbildung zu verschaffen, war das Anliegen des Gefängnispfarrers Karl Heinersdorff. Er wollte sie aus Kriminalität und Prostitution befreien. 1882 gründete er deshalb das Zufluchtshaus für Frauen in Wuppertal-Elberfeld. Bekannte Familien in Elberfeld unterstützten ihn. Und damit öffneten sie ein Fass ohne Boden: Scharenweise suchten die Frauen die Hilfe nach. Mit dem Zufluchtshaus war der Grundstein für die Bergische Diakonie Aprath gelegt.

Nach dem Leitmotiv von Pfarrer Heinersdorff "Niemanden und nichts aufgeben" wurde um 1900 ein Alters- und Frauenheim eingerichtet, später auch ein Heim für Trinkerinnen und Rauschgiftabhängige. Damit rückte aktives und präventives Wirken ins Blickfeld, es ging nicht mehr allein darum, Schutz zu gewähren.

Haus Eben-EzerMit dem preußischen "Fürsorgeerziehungsgesetz" trat nun auch verordnete Erziehungsarbeit neben freiwillige Asylgewährung. So dehnte sich ab 1901 der Tätigkeitsbereich auf Kinder aus, die der Familie entzogen wurden. 1908 wurde das erste landwirtschaftliche Anwesen, das "Gut Eigen" bei Aprath, dem heutigen Sitz der Bergischen Diakonie Aprath gekauft, 1910 wurde mit dem Haus Eben-Ezer dort das erste Erziehungsheim eingeweiht. Aufgaben, die der Staat delegierte und finanziell absicherte, prägten mit der Zeit immer stärker die Dienste.

Zunächst haben Kaiserswerther Diakonissen die Arbeit getragen. 1917 wurde die Bergische Diakonissenschaft gegründet, die über viele Jahre hinweg die Hauptlast schulterte.

Noch heute repräsentieren die Diakonissen die Tradition von aufopferungsvoller Arbeit und Spiritualität.

Weit über ein Jahrhundert hinweg übernimmt die Bergische Diakonie Aprath die Verpflichtung, Menschen in Not zu helfen. Wobei sich Not heute weniger als materielles Elend abbildet, als vielmehr in Sorgen, Ängsten, Ausgrenzung oder auch altersbedingten Einschränkungen.

Der gesellschaftliche Strukturwandel hat die Ausrichtung der Bergischen Diakonie Aprath geprägt. Obhut und Fürsorge für Säuglinge, Kleinkinder und weibliche Jugendliche wurden abgelöst durch differenzierte und spezialisierte Förderung und Hilfe für Kinder und Jugendliche, Menschen mit psychischen Erkrankungen und alte Menschen.