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Qualitätsentwicklung im Sozialtherapeutischen Verbund

Der Sozialtherapeutische Verbund ist ein dynamischer, sich ständig fortentwickelnder Bereich der Bergischen Diakonie Aprath. Die Arbeit mit den Menschen, die sich uns anvertrauen, fordert viel und vieles. Wie in allen Dienstleistungsunternehmen sind auch im Sozialtherapeutischen Verbund die dort tätigen Menschen die wichtigste Ressource.

Wir legen großen Wert darauf, dass sich unsere Klienten und Klientinnen bei uns wohl fühlen. Aber auch gute Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind uns ein unverzichtbares Anliegen.

Ein unseren Betreuungsleistungen zugrunde liegender Leitgedanke ist die Überzeugung, dass sich menschliches Leben in fortwährender Weiterentwicklung vollzieht. Um qualitativ hochwertige Dienstleistungen für Menschen mit seelischen Störungen oder Behinderungen sowie Suchterkrankungen und deren Folgeerscheinungen erbringen zu können, brauchen wir fachlich gut ausgebildete, persönlich gereifte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Freude und Gestaltungswillen für die Arbeit in einer innovativen diakonischen Einrichtung mitbringen und sich beruflich weiterentwickeln möchten.

Alle Angebote und Dienstleistungen des Sozialtherapeutischen Verbundes sind in ein umfassendes Qualitätsmanagement nach den Modellen für Business Exellence 2000 (EFQM), der EN ISO 9004: 2009 und von Pro Psychiatrie Qualität (PPQ) des Bundesverbandes Evangelische Behindertenhilfe e. V. und des Fachverbandes Psychiatrie der Caritas e. V., eingebunden.

Der Sozialtherapeutische Verbund erhielt das erste PPQ-Gütesiegel in Deutschland

Die langjährige Arbeit an der Entwicklung eines Qualitätsmanagementsystems für die Dienste und Einrichtungen des Sozialtherapeutischen Verbundes (SthV) mündete im Juli 2011 in die Zertifizierung gemäß den Anforderungen von ProPsychiatrieQualität - PPQ. PPQ ist das vom Bundesverband evangelischer Behindertenhilfe (BEB) und Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP CARITAS) in einem verbandübergreifenden Prozess entwickelte Qualitätsmanagementsystem für die Sozialpsychiatrie. Besonderes Kennzeichen dieses Qualitätsmanagements ist der TRIALOG, d.h. das Zusammenwirken von Klienten, Angehörigen und professionell Tätigen.

Der Sozialtherapeutische Verbund ist bundesweit als erster Träger ambulanter und stationärer Hilfen für Menschen mit psychischen- und/oder Suchterkrankungen mit diesem Zertifikat nach ProPsychiatrieQualität (PPQ) ausgezeichnet worden. Vom 05. - 07. Juli 2011 führte die Zertifizierungsgesellschaft proCum Cert (pCC), Frankfurt am Main, das der Zertifizierung zugrunde liegende Systemaudit im Sozialtherapeutischen Verbund der Bergischen Diakonie Aprath durch. Günter Schäfer-Bach, Diplom-Psychologe und Leiter des Qualitätsmanagements der Bergischen Diakonie legte alle geforderten Nachweise zur systematischen Untersuchung vor, die in Anwesenheit von Klienten, Mitarbeitenden und Angehörigen geprüft wurden. Im Laufe der Systembegutachtung fanden darüber hinaus zahlreiche Interviews mit leitenden Mitarbeitenden, Mitarbeitenden-Teams, Klienten und Angehörigen statt, in denen die Wirksamkeit des Qualitätsmanagement-Systems im praktischen Alltag authentisch widergespiegelt wurde.

Das Qualitätssystem ProPsychiatrieQualität (PPQ) kombiniert sozialpsychiatrisches Knowhow mit international etablierten Ansätzen des Qualitätsmanagements und sozialethischen Leitzielen auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes. Die sieben ethischen Leitziele der ProPsychiatrieQualität lauten:

  • Die Würde des Menschen achten - seine Rechte sicherstellen
  • Selbstbestimmung wahren - Eigenverantwortung stärken
  • Verantwortung in gegenseitiger Achtsamkeit übernehmen
  • Glaubens- und Sinnerfahrungen ermöglichen
  • Teilhabe im Gemeinwesen solidarisch gestalten
  • Leiden und Symptome vermindern
  • Mit Ressourcen nachhaltig umgehen

Ein wesentliches Anliegen von PPQ zur Erreichung dieser Leitziele ist der "Trialog" als gemeinsame Kommunikationsplattform für Klienten, Professionelle und auch Angehörige. Aus trialogischer Sicht ist die Klientenbeteiligung bei der Entwicklung des Qualitätsmanagements seit 2001 nachweislich erfolgt. Die Beiräte sind in den letzten 10 Jahren nicht nur Impulsgeber, sondern Partner im Prozess der Qualitätsentwicklung geworden.

Eine sehr hohe Beteiligung der Klienten an den internen multidisziplinären Betreuungsplanungsgesprächen ist seit 15 Jahren eine Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Betreuung.

Auch Angehörige können sich an den individuellen Planungsgesprächen beteiligen, wenn die Klienten dies wünschen. Darüber hinaus sind sie im Lenkungsausschuss eingebunden und bestimmen dort die Qualitätsentwicklung mit.

Das Qualitätsverständnis von PPQ stellt heute den zentralen Bestandteil der Qualitätspolitik und des Qualitätsmanagements dar. Leitende Mitarbeiter des SthV hatten sich schon in den 1990er Jahren auf Verbandsebene bundesweit für die Installation eines QM-Verfahrens für außerklinische psychiatrische Dienstleistungen eingesetzt und beteiligten sich aktiv an der Entwicklung von PPQ.

Auch die intensive Mitarbeit in Fachgremien des Kreises Mettmann und der Stadt Wuppertal zur Installation Gemeindepsychiatrischer Verbünde (GPV), erwies sich als ein wichtiger Faktor für die Erfüllung der PPQ-Anforderungen hinsichtlich der Gemeinwesenorientierung.

Insgesamt hat die lange Tradition der Beteiligung an der Entwicklung kommunaler und regionaler sozialpsychiatrischer Versorgungsstrukturen und insbesondere an der Entwicklung von PPQ die Kultur des Trialogs in allen Einrichtungen und Diensten des Sozialtherapeutischen Verbundes gefördert, so dass neue Modelle, wie aktuell EX-IN (Experienced Involvement:), das die Mitarbeit von Psychiatrie-Erfahrenen in psychiatrischen Teams ermöglicht, reflektiert und konstruktiv verwirklicht werden können.

Ansprechpartner:


Günter Schäfer-Bach
Leiter der Stabsabteilung für Qualitätsentwicklung
Telefon (0202) 27 29-473
Telefax (0202) 27 29-479
E-Mail guenter.schaefer-bachKeinText@bergische-diakonie.de