Bergische Diakonie geht mit klaren Leitplanken in zweites Mediationsverfahren

Presseerklärung vom Vorstand der Bergischen Diakonie

Auf Empfehlung von Richterin Ute Laukamp beim Verhandlungstermin vor dem Landgericht Wuppertal am 14.08.2025 findet in Kürze ein zweiter Mediationstermin zwischen der Bergischen Diakonie und dem Verein Pechpfoten e.V. statt. Ziel ist es, eine einvernehmliche Lösung für das geplante Tierschutzzentrum in Aprath zu finden.

Die Bergische Diakonie nimmt den Appell des Gerichts sehr ernst. Im Vorfeld hat sie ein Papier vorgelegt, das die unverzichtbaren Rahmenbedingungen für eine mögliche Kooperation beschreibt. „Es handelt sich nicht um eine Liste harter Bedingungen, sondern um eine Sensibilisierung aller Beteiligten für die besonderen Bedürfnisse unserer Klientinnen und Klienten“, betont Björn Neßler, Vorstand Bergische Diakonie.

Im Mittelpunkt steht für die Bergische Diakonie die Aufgabe, den in Wülfrath-Oberdüssel lebenden Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen dauerhaft einen stabilen Lebensraum und aktive Teilhabe zu gewährleisten. Diese Verpflichtung ist eine unumstößliche Aufgabe der Diakonie, welche bereits im Kooperationsvertrag festgehalten ist: „Diakonisches Handeln bedeutet den Dienst am Nächsten, wobei die Bergische Diakonie dabei den Menschen in den Vordergrund stellenmuss.“

Zugleich betont die Bergische Diakonie, dass auch die ehrenamtlich Engagierten geschützt werden müssen, wenn sie im Rahmen des Projekts mit schwer psychisch erkrankten Menschen in Kontakt treten. Um hierfür Orientierung zu geben, hat die Diakonie im Vorfeld der Mediation zentrale Leitlinien für die Arbeit mit den Bewohner:innen erarbeitet und dem Verein Pechpfoten e.V. zur Verfügung gestellt. „Wir freuen uns, die vorgelegten Punkte im Mediationstermin gemeinsam zu vertiefen und nach Wegen zu suchen, wie die beiderseitigen Interessen Berücksichtigung finden, so Björn Neßler.


Erklärung von Björn Neßler zum Gerichtstermin zur Beendigung der Kooperation mit Pechpfoten e. V. (14. August 2025) 

Die Idee, unseren psychisch teils schwerstkranken Menschen ein kontinuierliches Förderangebot in Form eines Tierschutzzentrums anzubieten, schien uns allen zunächst sehr überzeugend.

Wir müssen allerdings heute klar sagen: So gut die Idee war, so wenig ließen sich die Interessen eines Tierschutzvereins und die Aufgaben einer Diakonie hier vor Ort belastbar in Einklang bringen. Es hat sich im Laufe vieler gemeinsamer Gespräche zur Kooperation gezeigt: Wir können mit dem Tierschutzzentrum nicht verlässlich den geschützten Raum sicherstellen, den unsere zum Teil schwer psychisch erkrankten Klientinnen und Klienten rund um die Uhr brauchen.

Wir wollen inklusive Teilhabe mit professioneller Begleitung im Alltag ermöglichen. Dafür braucht es feste Rhythmen und klare Strukturen. Nachdem das nicht zu realisieren ist, ergibt die Zusammenarbeit für Bergische Diakonie keinen Sinn mehr. Wir haben daher den Kooperationsvertrag gekündigt.

Die Pechpfoten leisten aus Sicht des Tierschutzes Beeindruckendes – doch die Bergische Diakonie hat eine andere Aufgabe. Unser Auftrag ist es, hilfsbedürftige Menschen zu schützen und zu unterstützen. Darin dürfen wir keine Abstriche machen. Auch nicht für andere, sehr lobenswerte Ziele, wie den Tierschutz.

Mit dieser Haltung gehen wir nun in die vom Gericht vorgeschlagene Mediation und hoffen, gemeinsam mit den Pechpfoten eine Lösung zu finden, die den Zwecken der Bergischen Diakonie dient – zum einen im Sinne der uns anvertrauten Menschen, zum anderen weil auf dem dortigen Sonderbaugebiet nur solche Einrichtungen entstehen dürfen.

Weitere Infos:

www.bergische-diakonie.de/ueber-uns/aktuelles/detailseite/einordnung-warum-auf-dem-gelaende-der-bergischen-diakonie-kein-tierschutzzentrum-entstehen-kann

Downloads:
Parameter in der Arbeit mit Klienten
Parameter in der Arbeit mit Klienten (Kurzfassung)
Statement der Bergischen Diakonie zum Gerichtsverfahren

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