Statement der Bergischen Diakonie Aprath zum geplanten Tierschutzzentrum in Aprath (Stand: April 2026)

Die Bergische Diakonie Aprath hat in den vergangenen Monaten mehrfach angeboten, den bestehenden Konflikt um ein geplantes Tierschutzzentrum auf ihrem Gelände im Rahmen einer Mediation und konkreter Lösungsgespräche außergerichtlich zu klären.

Da bislang kein gemeinsamer Termin für einen solchen Mediations- und Klärungsprozess zustande gekommen ist, sehen wir es als unsere Verantwortung an, unsere Haltung öffentlich transparent darzulegen. 

Zugleich respektieren wir das Engagement vieler Menschen für den Tierschutz und das Recht auf freie Meinungsäußerung, das sich auch in Petition und öffentlichen Wortmeldungen ausdrückt. 

1. Unser Auftrag: Schutz, Stabilität und Verantwortung 

Auf unserem Gelände leben Menschen, die im Rahmen der Sozialtherapeutischen Hilfen der Bergischen Diakonie begleitet werden – überwiegend schwer psychisch erkrankt. Für sie ist dieser Ort nicht nur Wohnraum, sondern Schutzraum, Rückzugsort und stabile Lebensumgebung. 

Viele Bewohner:innen reagieren auf äußere Reize in besonderem Maße empfindlich. Veränderungen im Sozialraum – etwa ungewohnte Geräusche, zusätzliche Aktivitäten oder fremde Personengruppen – können zu Belastungen, Überforderung oder Rückzug führen. Solche Belastungen zeigen sich teilweise auch zeitverzögert. Wichtig für diese Klienten ist es deswegen, dass sie das beabsichtigte Tierschutzzentrum nicht als Fremdkörper wahrnehmen, sondern als Teil ihres eigenen Sozialraums am Schönefelder Weg rund um ihren Wohnort. Diese Belange unserer Klienten zu schützen, ist Kern unseres diakonischen Auftrags. Sie hat für uns Vorrang. 

2. Unterschiedliche Aufgaben – an diesem Standort nicht tragfähig vereinbar 

Ein Tierschutzzentrum bedeutet erfahrungsgemäß einen dauerhaften Betrieb: Logistik, An- und Abfahrten, ehrenamtliches Engagement, veränderte Bewegungs- und Geräuschmuster sowie – je nach Ausgestaltung – zusätzlichen Publikumsverkehr. 

Die Eingliederungshilfe hingegen ist auf Kontinuität, Verlässlichkeit, geschützte Rückzugsmöglichkeiten und eine möglichst geringe Reizdichte angewiesen. Zudem sind die Bewohner:innen keine homogene Gruppe: Was einzelne als bereichernd erleben, kann für andere eine nachhaltige Belastung darstellen. 

Auf dem Gelände der Bergischen Diakonie Aprath lässt sich diese strukturelle Spannung nicht so auflösen, dass der Schutz aller Bewohner:innen dauerhaft verlässlich gewährleistet wäre. Zumindest nicht in der vom Verein Pechpfoten geplanten Form. Denn erforderlich ist eine Integration des Tierschutzzentrums in den Betrieb der Bergischen Diakonie. Dies beinhaltet, dass für unsere Klienten dort auch sog. tagesstrukturierende Maßnahmen angeboten werden, bei denen die Klienten in dem Tierschutzzentrum regelmäßige Tätigkeiten übernehmen, bei denen weniger das Ergebnis als viel mehr der Therapiezweck im Vordergrund steht. Dementsprechend war das Angebot tagesstrukturierender Maßnahmen zwischen den Parteien seit Anbeginn Thema und notwendige Voraussetzung für ein solches Tierschutzzentrum, das die Parteien gemeinsam als integratives Tierschutzzentrum deklariert habe.

3. Klare Entscheidung 

Vor diesem Hintergrund bleiben wir klar bei unserer Haltung: Ein Tierschutzzentrum unter den von den Pechpfoten angebotenen Konditionen kann auf dem Gelände der Bergischen Diakonie Aprath nicht realisiert werden. 

Diese Entscheidung folgt nicht aus einer Ablehnung des Tierschutzes, sondern aus unserem fachlichen und ethischen Auftrag gegenüber den Menschen, die wir an diesem Standort begleiten. 

4. Dialogangebot und Mediation: Unser Vorgehen 

Uns ist bewusst, dass die entstandene Situation für alle Beteiligten belastend ist – menschlich, zeitlich und finanziell. Deshalb haben wir von Beginn an darauf hingearbeitet, den Konflikt nicht zu eskalieren, sondern über einen vergleichsweisen Ausgleich zu lösen. 

Konkret haben wir: 

  • wiederholt unsere Bereitschaft zu einer Mediation erklärt,
  • den Kontakt zu möglichen Mediator:innen gesucht und diese dem Verein Pechpfoten vorgeschlagen
  • auf konkrete Terminvorschläge für eine Mediation gedrängt.

Bislang konnte hierfür kein gemeinsamer Termin vereinbart werden. Wir halten diese Angebote weiter ausdrücklich aufrecht. Tragfähige Lösungen entstehen nicht durch öffentlichen Druck, sondern durch Dialog, Vertraulichkeit und gegenseitige Verlässlichkeit. Wir sind bereit, diesen Weg jederzeit konstruktiv weiterzugehen und stehen kurzfristig für einen Mediationsauftakt zur Verfügung.

Fragen & Antworten (FAQ) 

Warum ist das Projekt in der vorgeschlagenen Form an diesem Standort nicht umsetzbar? 

Die Bergische Diakonie Aprath ist Lebens- und Schutzraum für Menschen mit hoher psychischer Vulnerabilität. Viele sind auf eine dauerhaft stabile Umgebung angewiesen; Veränderungen können belastend wirken – teils auch zeitverzögert. 

Ein Tierschutzzentrum bringt dauerhaft veränderte Abläufe, Logistik sowie andere Bewegungs- und Geräuschmuster mit sich. Da die Bewohner:innen keine homogene Gruppe sind, lässt sich auf unserem Gelände keine Lösung umsetzen, die Schutz und Stabilität für alle dauerhaft verlässlich gewährleistet. 

Wie bewertet die Bergische Diakonie Petition und Engagement? 

Wir respektieren das Engagement vieler Menschen für den Tierschutz und das Recht auf freie Meinungsäußerung ausdrücklich. Ehrenamtlicher Einsatz ist für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung. 

Gleichzeitig tragen wir an diesem Standort eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen, die hier leben und begleitet werden. Unsere Entscheidung richtet sich nicht gegen Tierschutz oder Engagement, sondern folgt aus unserem diakonischen Auftrag und den Anforderungen an einen verlässlichen Schutzraum. 

Falsch ist die Darstellung, dass die Kündigung des Kooperationsvertrages aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte – die Bergische Diakonie profitiert weder von der Kündigung noch von einer Beendigung der Kooperation in einer wirtschaftlichen Art und Weise. Im Gegenteil. Der günstigere Weg wäre gewesen, die Kooperation wie am Ende vom Verein Pechpfoten vorgeschlagen umzusetzen. Zum Nachteil unserer Klient:innen. 

Wie ist der aktuelle Stand zu Vergleich und Mediation? 

Unabhängig vom laufenden juristischen Verfahren arbeitet die Bergische Diakonie weiterhin aktiv auf eine außergerichtliche Lösung hin. Wir haben unsere Bereitschaft zur Mediation erklärt, um Terminvorschläge gebeten und mögliche Mediator:innen vorgeschlagen. 

Bislang konnte hierfür kein gemeinsamer Termin vereinbart werden. Wir stehen jederzeit kurzfristig für einen Mediationsauftakt zur Verfügung.

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