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Forschungsprojekt: „Leitung im Umgang mit (sexualisierter) Gewalt“

Eine Initiative der Bergischen Diakonie in Kooperation mit der Universität Wuppertal

April 2025

Das Forschungsprojekt „Leitung im Umgang mit (sexualisierter) Gewalt“ stellt eine zentrale Initiative der Bergischen Diakonie dar, um die Leitungsverantwortung in der Prävention oder auch Aufarbeitung von Gewalt- und Missbrauchsfällen zu stärken. In Zusammenarbeit mit der Universität Wuppertal und basierend auf den Erkenntnissen der ForuM-Studie* aus dem Jahr 2024 konzentriert sich dieses Projekt darauf, wie Führungskräfte in sozialen Einrichtungen mit den Herausforderungen von Machtmissbrauch und den daraus resultierenden Situationen, in denen unterschiedliche Interessen oder Anforderungen miteinander in Konflikt geraten, umgehen.

Zielsetzung des Projekts:
Das primäre Ziel ist die Analyse der aktuellen Praxis der Leitungskräfte, um fundierte Handlungsempfehlungen für die Aufarbeitung und Prävention von (sexualisierter) Gewalt zu entwickeln. Diese Empfehlungen sollen dabei helfen, die organisatorischen Strukturen so anzupassen, dass sie sowohl für Mitarbeitende als auch für Klienten und Klientinnen Sicherheit und Unterstützung maximieren.

Historische Aufarbeitung:
Das Projekt ist Teil der geschichtlichen Aufarbeitung von Machtmissbrauch und Fehlverhalten innerhalb der Bergischen Diakonie. Dieser Rückblick ermöglicht es uns, Muster und Strukturen zu erkennen, die zu Missständen geführt haben, und ist entscheidend, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern. Die Betrachtung der Vergangenheit ist essenziell, um Verantwortung für begangene Fehler zu übernehmen und Vertrauen bei Mitarbeitenden, Klienten und der Öffentlichkeit zu bewahren. Sie ist grundlegend für die nachhaltige Entwicklung einer ethischen Organisationskultur.

Bedeutung für die Bergische Diakonie:
Dieses Projekt ist nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht von Bedeutung, sondern es spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Festigung der ethischen Grundlagen unserer Organisation:

  • Sicherer Arbeitsgeber:
    Durch die aktive Auseinandersetzung mit internen Missbrauchsstrukturen stärkt die Bergische Diakonie ihr Potenzial als verlässlicher Arbeitgeber, der Fürsorge und Sicherheit für seine Mitarbeitenden gewährleistet.
     
  • Organisationskultur:
    Die Erkenntnisse des Projekts tragen dazu bei, eine Kultur der Offenheit und des Vertrauens zu fördern, die grundlegend für die Resilienz der Organisation ist.
     
  • Transparenz und Vertrauensbildung:
    Durch die transparente Veröffentlichung der Forschungsergebnisse innerhalb der Organisation und gegenüber relevanten Stakeholdern unterstreicht die Diakonie ihr Engagement für Offenheit und qualitativ hochwertigen Umgang mit sensiblen Themen.

*Info:

Die ForuM-Studie (Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland) ist eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung, die zwischen 2020 und 2024 im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Diakonie durchgeführt wurde. Ziel war es, strukturelle Bedingungen, Verantwortlichkeiten und den Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie systematisch aufzuarbeiten. Die Studie analysiert historische Fälle, institutionelle Reaktionen und bietet Empfehlungen für Prävention und Aufarbeitung. Sie gilt als bedeutender Meilenstein im kirchlich-diakonischen Umgang mit Machtmissbrauch. Alle Info zu Studie: https://www.forum-studie.de/

Erste Schritte in der Umsetzung
Parallel zum Forschungsprojekt hat wir als Bergische Diakonie neben den Schutzkonzepten in unseren Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, der Sozialtherapeutischen Hilfe sowie der Altenhilfe, ein erweitertes Schutzkonzept entwickelt. Die Basis bildet das Kirchengesetz der Ev. Kirche zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Ein zentraler Bestandteil ist ein verbindlicher Verhaltenskodex für alle Mitarbeitenden. Er macht deutlich, welche Verantwortung wir gegenüber den Menschen in unserer Fürsorge und Obhut tragen – und setzt ein klares Zeichen für Respekt, Achtsamkeit und grenzachtendes Verhalten im beruflichen Alltag.

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