• Niemanden und nichts aufgeben

Betroffene Heimerziehung

Auf dieser Seite haben wir Informationen für Betroffene mit Leiderfahrung während der Heimerziehung zusammengestellt. Wenn Sie als Betroffene*r mehr Auskünfte haben möchten, finden bei unserer Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder Rat und Hilfe. Wir helfen Ihnen bei Anfragen, stellen die im Archiv vorhanden Unterlagen zur Verfügung und informieren Sie über weitere Beratungsmöglichkeiten. 

Fonds Heimerziehung in der BRD in den Jahren 1949 bis 1975

Bis zum 31. Dezember 2014 konnten Betroffene, die von 1949 bis 1975 in Heimeinrichtungen gelebt haben, Ansprüche bei der zuständigen Anlauf- und Beratungsstelle des "Fonds Heimerziehung"  anmelden. Auch Betroffene der Heimerziehung aus der Bergischen Diakonie konnten wir in diesem Antragsverfahren begleiten und unterstützen.  

2021 wurde die pauschale finanzielle Anerkennung für Betroffene von sexualisierter Gewalt verändert. Sie erhalten jetzt individuelle Zahlungen. Eine unabhängige Kommission ist für die Prüfung der Anträge zuständig. Als Betroffene*er können Sie sich hier persönlich informieren und einen entsprechenden Antrag stellen:

Informationen und die Online-Version des Antragsformulars finden Sie hier im Download.

Die Bergische Diakonie bekennt sich zur ihrer Geschichte und den leidvollen Erfahrungen von Betroffenen der Heimerziehung in der Einrichtung „Gut an der Linde“ in Moitzfeld.

Anfang 2010 wandten sich ehemalige Heimkinder aus dem früheren Knabenheim „Gut an der Linde“ in Bensberg-Moitzfeld mit der Bitte um Aufklärung an den damaligen Vorstand der Bergische Diakonie Aprath (BDA) Pfarrer Peter Iwand. Für die Bergische Diakonie Aprath stand schnell fest, dass Heimkindern in den 1960-1970iger Jahren in dieser Einrichtung in mehreren Fällen großes persönliches Leid widerfahren ist. Die Einrichtung wurde bereits 1980 geschlossen.

In 2010 gab es die ersten Gespräche mit Betroffenen der Heimerziehung. In gemeinsamen „Runden Tischen“ mit Betroffenen, Vorstand und fachkundigen Vertretern aus der Bergischen Diakonie.

Die Gespräche waren geprägt von der Darstellung und Annahme der Erinnerungen und Erfahrungen während der Heimunterbringung. Wege der Erfassung, Dokumentation und Aufarbeitung wurden intensiv erörtert und gesucht. Die Bergische Diakonie beschloss eine Aufarbeitung mit Hilfe externer wissenschaftlicher Begleitung. Dazu waren auch qualitative Interviews mit Betroffenen geplant. Alle Erkenntnisse sollten in einen Prozess des Verstehens und der Aufarbeitung einfließen. Dieser Ansatz scheiterte jedoch am massiven Widerstand einiger Betroffenr. Im Ergebnis gelang es zwar eine Forschungsarbeit an der Evangelischen Fachhochschule Bochum in Auftrag zu geben, die Arbeit von Frau Prof. Kuhlmann konnte sich aufgrund der vorhandenen Blockade aber nur auf Archivmaterial beziehen. So wurden nur die äußeren Umstände der damaligen Situation erfasst und der Forschungsauftrag konnte nicht abgeschossen werden.

Auf Grundlage des vorliegenden Datenmaterials und der geführten Gespräche gehen wir als Bergische Diakonie davon aus, dass erhebliche Missstände im „Gut an der Linde“ vorlagen. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass es in diesem Zeitraum erhebliche fachliche Fehlleistungen in Form von übergriffigem Verhalten durch einzelne Mitarbeitende, fortwährender Nachlässigkeiten, mangelnder Personalbesetzung, sich widersprechender pädagogischer Konzepte sowie einer fehlender verantwortungsvollen Steuerung gegeben hat.

Die Bergische Diakonie stellt sich ihrer Verantwortung aus den Geschehnissen der Vergangenheit und bittet die Betroffenen der Heimerziehung um Entschuldigung für das zugefügte Leid.

Als Organisation haben wir die Verpflichtung, die leidvollen Erfahrungen der Betroffenen in unserer Organisation zu bewahren und zukünftiges Leid mit all unseren Möglichkeiten zu verhindern.

Dies ist für die Bergische Diakonie ein ständig präsenter und fortwährender Prozess der:

Als BDA haben wir die Geschehnisse im „Gut an der Linde“ nach unseren Möglichkeiten rekonstruiert. Wir erkennen und anerkennen das Leid, das Kinder und Jugendliche in der Einrichtung erfahren haben. Wir sehen Gründe und Zusammenhänge, die dazu geführt haben. Wir erkennen damit auch die Schuld, die die Bergische Diakonie auf sich geladen hat. Zugleich gehen wir davon aus, dass diese Ereignisse nicht auf andere Einrichtungen übertragbar sind.

Wir beteiligen uns an der gesellschaftlichen bzw. politischen Lösung, die für diese Form des Versagens gefunden wurde, indem wir gemeinsam mit anderen Trägern in Fonds einzahlen, die so aus kollektiven Mitteln Zahlungen an Einzelne vornehmen können.
Wir nehmen Verantwortung nicht durch Zahlung individueller Entschädigungen wahr.

Wir tragen zugleich Verantwortung, indem wir durch unsere pädagogischen Konzepte und internen Sicherungssysteme nach Möglichkeit verhindern, dass sich Vergleichbares bei uns wiederholen kann.

Wir nehmen an uns gestellten Anfragen ernst und beantworten diese fachkundig nach den uns vorliegenden, noch vorhandenen Unterlagen.

Wenn Ehemalige mit Leiderfahrungen auf uns zukommen, setzen wir uns mit ihnen auseinander. Wir bieten Ihnen unsere Unterstützung an und helfen mit, ihre Geschichte zu rekonstruieren. Wir erwarten unsererseits keine Versöhnungsangebote, sondern wollen als notwendiges Gegenüber in einer möglichen Aufarbeitung zur Verfügung stehen und unsere Hilfe anbieten. Wenn daraus Begleitung und Versöhnung werden kann, nehmen wir das gerne auf.

Zur Auseinandersetzung und Verantwortung gehört auch, dass wir unsere heutige Arbeit im Sinne unserer Mitarbeitenden und unserer Bewohner und Klienten vor ungerechtfertigten Angriffen schützen. Das tun wir fair und mit allen gebotenen Mitteln.

Pfarrer Jörg Hohlweger, Theologischer Vorstand der Bergischen Diakonie

Kontakt & Beratung

Anlaufstelle für Betroffene der Heimerziehung von 1945-1970

Bergischen Diakonie

Otto-Ohl-Weg 10
42489 Wülfrath

Wir sind für Sie da:
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