Direkt zum Inhalt | Zur Hauptnavigation | Zur Navigation Angebote

Schriftgröße
Navigation Angebote:

Unsere Zukunftsplanung - Von der Integration zur Inklusion

1975 erschien die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Enquête zur Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland.

In der Folge dieser Untersuchung hat sich die Lage der Psychiatrie wesentlich verbessert. Die Langzeitbereiche der großen Landeskliniken sind aufgelöst. Viele neue Versorgungsangebote, die den Bedürfnissen psychisch kranker Menschen sehr viel besser gerecht werden, sind entstanden.

Der Mensch steht im Mittelpunkt - nicht die Institution.

Doch bei allen begrüßenswerten Fortschritten ist das Ziel der Gleichstellung psychisch erkrankter Menschen mit somatisch erkrankten Menschen nicht erreicht; werden im Sinne der Definition der Weltgesundheitsorganisation auch psychisch Behinderte immer noch bei der Teilnahme am "normalen" Alltagsleben und am Arbeitsleben behindert; gibt es immer noch unterversorgte spezifisch erkrankte Personengruppen.

Der SthV setzt sich in Bewegung - Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Seit dem 26. März 2009 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-Behindertenkonvention) auch für Deutschland völkerrechtlich verbindlich. Die Konvention konkretisiert die universellen Menschenrechte für die speziellen Bedürfnisse und Lebenslagen behinderter Menschen. Sie steht für einen konsequenten Wechsel vom staatlichen Fürsorgeprinzip hin zum Recht auf umfassende gesellschaftliche Teilhabe. Die Konvention hat einen Perspektivwechsel eingeleitet, der durch den Begriff "Inklusion" gekenntzeichnet ist. Inklusion bedeutet das Zusammensein und gegenseitige Akzeptieren aller Menschen. Das Hereinholen in eine Gruppe ist nicht notwendig, da von Beginn an alle mit eingeschlossen sind und niemand ausgegrenzt wird. Die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen, die die Normalität in unserer Gesellschaft darstellt, erfährt größte Wertschätzung.


Der Sozialtherapeutische Verbund sieht sich in der Verpflichtung, seine Dienstleistungen - auf der Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Behandlung und Betreuung psychisch erkrankter oder behinderter Menschen - ständig zu optimieren und zu erweitern. Die Lebensqualität psychisch erkrankter Menschen muss sich noch deutlich verbessern. Die Hilfen müssen noch konsequenter als Dienstleistung an den üblichen Aufenthaltsort dessen, der sie benötigt, gebracht werden.

Wir sind davon überzeugt, dass auch zukünftig sehr schwer erkrankte und behinderte Menschen intensive Betreuung brauchen werden.

Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren - gemeinsam mit den Kostenträgern und den anderen an der Versorgung psychisch kranker Menschen beteiligten Einrichtungen und Dienste - unsere ambulanten und stationären Versorgungsangebote dahingehend weiter zu verbessern, dass sie sowohl optimalen Schutz als auch die bestmögliche Förderung und Rehabilitation bieten.

Wohneinrichtungen (Heime) müssen so weit den normalen Lebensbedingungen angepasst werden, dass der Begriff Heim nicht mehr als Synonym für eine internatsähnliche Unterbringung steht, sondern für eine - in der Regel vorübergehende - Intensivbetreuung.

Jeder psychisch behinderte Mensch muss - wie alle Menschen - ein seiner Würde, seinen Bedürfnissen und seiner Individualität gemäßes Leben führen können.

Im Sinne des Leitgedankens des Begründers der Bergischen Diakonie Aprath, Pfarrer Karl Heinersdorff, "Niemanden und nichts aufgeben", bemühen wir uns, auch Klienten mit besonderen Schwierigkeiten zu betreuen. Dabei sind wir uns der Grenzen der ambulanten und teilstationären Versorgung durchaus bewusst. Wir sind jedoch auch davon überzeugt, dass noch viele Ressourcen, gerade im Hinblick auf die bisher schlecht oder nicht versorgten Menschen, nicht oder nur schlecht genutzt werden. Diesen Aufgaben werden wir uns auch in Zukunft mit Kreativität und Engagement widmen.