Straffällig gewordene Jugendliche und junge Mütter werden beraten und betreut, um die Chancen auf ein Leben ohne Straftat zu verbessern. Die Unterstützung erfolgt in Einrichtungen der Polizei, des Justizstrafvollzugs, beim Übergang ins eigene Lebensumfeld und darüber hinaus.
In der Mutter-Kind-Einrichtung des Justizvollzugskrankenhauses Fröndenberg besteht die Möglichkeit, dass Kinder bis 6 Jahren weiter mit ihren Müttern zusammenleben, während diese eine Haftstrafe im offenen Vollzug verbüßen. Die frühkindliche Bindung an ihre wichtigste Beziehungsperson während der Haft aufrechtzuerhalten kann in vielen Fällen die Prognose für die weitere Entwicklung des Kindes verbessern.
Die Bergische Diakonie verantwortet die pädagogische Fachberatung der Einrichtung. Als Kooperationspartner des Justizvollzuges berät und begleiten wir die inhaftierten Mütter und bilden das Justizpersonal in pädagogischen und Jugendhilfefragen weiter.
Mehr erfahren auf der Website des Justizvollzugskrankenhaus NRW
Die NRW-Initiative „KURVE KRIEGEN“ hat zum Ziel, die Entwicklung besonders kriminalitätsgefährdeter Kinder und junger Jugendlicher zu „Intensivtätern“ frühestmöglich zu erkennen und nachhaltig zu verhindern, um so die Anzahl der von ihnen begangenen rechtswidrigen Taten und damit auch die Anzahl ihrer Opfer zu reduzieren.
Erfahrene pädagogische Fachkräfte der Bergischen Diakonie sitzen im Polizeipräsidium Wuppertal, Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz, und entwickeln unter dem Leitgedanken „Frühe Hilfe statt späte Härte“ Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Alter von 8-15 Jahren, die durch mindestens eine Gewalttat oder drei Eigentumsdelikte in Erscheinung getreten und deren Lebensumstände so risikobelastet sind, dass ein dauerhaftes Abgleiten in die Kriminalität droht. Die Teilnahme ist freiwillig und für die beteiligten Familien kostenlos.
Mehr unter: www.kurvekriegen.nrw.de
Neustart besteht aus kurzzeitpädagogischen Modulen, die in den Räumen der Jugendarrestanstalt angeboten werden.
Zielgruppe sind Jugendliche und junge Heranwachsende, die aufgrund ihrer Straftaten im Arrest untergebracht werden. Die Gruppengröße variiert je nach Inhalt zwischen 5 und max. 16 Jugendlichen.
Es werden verschiedene Module in Abstimmung mit den Arrestanstalten durchgeführt z. B.
Durch die Angebote sollen die Jugendlichen angeregt werden, Zutrauen in eigene Fähigkeiten zu entwickeln, über ihr Leben nachzudenken, eigene Sichtweisen zu überprüfen und sich sinnvoll zu beschäftigen.
Die kriminalpräventive Arbeit der Polizei, der pädagogische Auftrag des Jugendarrests, das Resozialisierungsziel des Strafvollzugs und die Zielsetzung der Jugendhilfe, ein selbständiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen, berühren und ergänzen sich an vielfältigen Stellen. Durch die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Justiz sowie Jugendhilfe und Polizei sollen die Schnittstellenprobleme zwischen den verschiedenen Systemen verringert und die Prognose für ein straffreies Leben verbessert werden. Die Kinder- und Jugendhilfe der Bergischen Diakonie bringt ihr Wissen und ihre Methoden gerne überall da ein, wo sinnvolle Kooperationen für ein verbessertes Aufwachsen von jungen Menschen möglich sind.
Seit inzwischen zehn Jahren werden mit der Landesinitiative "Kurve Kriegen" Kinder und Jugendliche vor einem Abgleiten in die Kriminalität bewahrt.
Diesen Anlass feierten Kirsten Maesch und Rebecca Schurrock, pädagogische Fachkräfte der Bergischen Diakonie, im September 2021 gemeinsam mit den Projektrepräsentanten*innen aus 35 Polizeibehörden sowie den Vertretern der Polizei und der Landesregierung in der Polizeischule Selm. Bild: Rebecca Schurrock (BDS), Kirsten Maesch (BDS), Markus Röhrl (Polizeipräsident Wuppertal), Jörg K. Unkrig (Referatsleiter Innenministerium Kurve kriegen), Ralf Weidner (KHK, Wuppertal)
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