Geschichte der Bergischen Diakonie

„Niemanden und nichts aufgeben“ - dieser Leitspruch motiviert die Bergische Diakonie Aprath schon seit über 100 Jahren.

1882 begann der Gefängnispfarrer Karl Heinersdorff „gefallenen Frauen“ in Wuppertal-Elberfeld einen Zufluchtsort anzubieten. Um Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit zu entgehen waren diese Frauen zu Prostituierten und damit straffällig geworden. Immer mehr geflohene und hilflose Frauen suchten Unterschlupf und fanden Hilfe.

Die finanzielle Unterstützung erfolgte vor allem durch vermögende Wuppertaler Bürger, mit deren Hilfe der Grundstein für ein sogenanntes „Zufluchtshaus“ gelegt werden konnte. Schon damals rückte das aktive und präventive Wirken in den Vordergrund, da bald auch Trinkerinnen und Rauschgiftabhängige Zuflucht fanden.

1908 konnte das Gut Eigen bei Aprath erworben werden, um die Arbeit auszubauen. Bereits zwei Jahre später wurde das Konzept erweitert und ein Erziehungsheim integriert. Nach und nach wurden weitere Grundstücke gekauft. Um die vielfältigen Aufgaben der Diakonie zu bewältigen, gründete sich 1917 das Bergische Diakonissen-Mutterhaus.

Die Kirche in Wülfrath-Oberdüssel wurde am 25.12.1926, durch Superintendent Kaphahn aus Langenberg, eingeweiht.

Bis in die 1960er Jahre verantworteten die Diakonissen des Bergischen Diakonissen-Mutterhauses eine Vielzahl der Aufgaben in der Bergischen Diakonie. Sie waren aktiv im Einsatz für Kinder, Jugendliche, psychisch kranke Erwachsene und Senioren. Mit dem Aufkommen neuer sozialer Berufe und dem Wachsen des Sozialstaates entstanden alternative Lebensmodelle für berufstätige Frauen innerhalb und außerhalb der Diakonie. Soziale Arbeit und therapeutische Konzepte entwickelten sich weiter und neue Berufsbilder entstanden. Im Jahr 1998 endete die aktive Zeit der Diakonissen in der Bergischen Diakonie und die wenigen verbleibenden Schwestern leben seitdem im wohlverdienten Ruhestand.

Im Laufe der Jahre haben sich die Sorgen und Nöte der Menschen verändert. Lag der Fokus früher mehr auf materiellen Nöten kommen heute Ängste, Ausgrenzung und altersbedingte Einschränkungen hinzu. All diese Sorgen werden von rund 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des modernen, christlichen Unternehmensverbundes Bergische Diakonie aufgefangen und mit Angeboten im Kreis Mettmann und im Städtedreieck Wuppertal, Remscheid und Solingen versorgt.

Noch immer orientieren wir uns an dem Leitspruch „Niemanden und nichts aufgeben“ und sehen uns in der Pflicht Menschen zu beraten, zu betreuen, zu bilden und zu pflegen.

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